04 Mai Indien für Beginners – Udaipur
Während ich im Auto Richtung Flughafen sitze, um nach Udaipur zu fliegen lasse ich Revue passieren und weiß, daß ich nochmal wiederkommen muß. 2 Tage Delhi sind grade mal genug zu begreifen, was man alles nicht gesehen hat und beim nächsten Mal unbedingt genauer unter die Lupe nehmen muß. Am Flughafen angelangt wird mein Gepäck zum Schalter gebracht, wo ich ruck zuck eingecheckt werde und weiter geht`s.
Auch bei der Ankunft klappt alles hervorragend, ich werde abgeholt und ins Hotel gebracht. Udaipur ist von mehreren Seen umgeben, daher wird es auch gerne das “Venedig des Ostens” genannt. Auch als Filmkulisse hat es oft gedient, unter anderem wurde hier der James Bond “Octopussy” gedreht. Am Abend meldet sich die Agentur und bespricht mit mir den Ablauf der nächsten 3 Tage. Ich freue mich!
2. Station Udaipur
Heute und morgen ist das Holi-Festival und das ist ein großartiges Erlebnis. Es ist wie Silvester und Fasching zugleich. Symbolisch gesehen ist Holi der Triumph der göttlichen Kraft über das Böse, das Teufelswerk und der Frühling hält Einzug. ( Das stimmt, ich habe nämlich nicht genügend warme Klamotten dabei und kaufe mir gleich mal einen Pulli und 2 Pashminas!!)
Ich wohne im Shiv Nivas Palace, einem Teil des Palastes des Maharana Shriji Arvind Singh Mewar. In den 80er Jahren hat er das ehemalige Guesthouse an die Taj- Hotel-Gruppe verpachtet. So wohne ich mit dem Maharana und seiner Familie quasi Tür an Tür. Am Abend wird in den weitläufigen Innenhöfen zusammen gefeiert. Beeindruckend der Einzug der Maharanis in der Kutsche begleitet von prächtig geschmückten Pferden ( Symbol der Macht )und einem kleinen Heer. Die königliche Familie entzündet traditionell das Feuer, nachdem die Sonne untergegangen ist. Ich fühle mich wie in 1001 Nacht in Anbetracht der farbenprächtigen Saris und Turbane. Holi fällt immer auf einen Vollmond, dieser ist ganz besonders, denn er wandert heute durch die Jungfrau. Die Zeit ist reif, alles Alte, das nicht mehr passt, abzustreifen und neu durchzustarten.
Das Büffet ist eröffnet, Tanz- und Gesangs-Darbietungen fangen an und man bekommt einen vagen Eindruck von dem gigantischen Luxusleben der Maharanis im früheren Indien. Das alles geht mir durch den Kopf, als ich in eine kuschelige Daunenjacke gehüllt noch auf der Terrasse meines Zimmers sitze und in den Vollmond schaue.
Holi-Festival – der Tag der Farben
Am nächsten Tag gehe ich hinunter ins “Old Village” und bin in Minuten schön bunt! Kühe, Hunde, Menschen – alles wird mit Farben beschmissen. Die Farben sind Ausdruck der kommenden Blüte des Frühlings und verbindet Freunde, Familie und Fremde ungeachtet von Status, Hautfarbe und Alter. Die rosa Farbe in meinen Haaren soll mich noch lang daran erinnern und es ist lustig, wieviele Menschen ich auf meiner Weiterreise noch mit derart bunten Haaren sehe.
Sightseeing – die Tempel von Nagda und Eklingji
Die Tempel von Nagda liegen etwas außerhalb von Udaipur auf einer Anhöhe! Friedlich ist es hier, idyllisch!! Ich bewundere die in Marmor gemeiselten Darstellungen des Kamasutra. Ja, richtig gelesen! Mein Guide erklärt mir, daß Aufklärung nicht in den Familien stattfindet, denn über sowas spricht man nicht. Vielmehr wird durch die Darstellungen im Tempel sozusagen Anschauungs-Unterricht betrieben. Dadurch hat es nichts Anrüchiges, sondern beinahe etwas Heiliges. Der erste Teil des Wortes Kamasutra “Kama” bedeutet Wunscherfüllung, der Sexualität wird gehuldigt und die Frau verehrt. Das wiederum steht in krassem Gegensatz zum aktuellen Status der indischen Frau in der heutigen Gesellschaft.
Der Tempel in Eklingji ist noch voll in Betrieb, daher sind Fotos leider verboten. Vor dem Eingang sitzen Frauen, die selbstgemachte Blumenketten für 10 Rupies verkaufen. Diese opfert man dann dem Gott Shiva. Dieses Foto hätte ich gern geschossen, die Farbenpracht von Saris und Blumen ist einfach wunderschön!! Am Nachmittag steht noch das Palast- Museum auf dem Programm und bei Sonnen-Untergang sitze ich am Pool und versuche, die vielen Eindrücke zu ordnen. Ein Gin Tonic hilft mir dabei!
Asta Toril
Posted at 21:56h, 04 MaiDa wurde meine Reise wieder wach im Jahre 1984. Anfang der 80iger mussten die Maharadschas entweder die Hälfte ihrer Paläste in Hotels oder andere Möglichkeiten umwandelsn und mindestens 100 Mitarbeiter einstellen, ansonsten hätte der Staat die Paläste konfiziert. Das Lake Palce Hotel hatte eine wunderbare Honey-Moon-Suite für frisch verheiratet, welche die Amerikaner reichlich genutzt haben. Danke Andrea L’Arronge für den Reise Blog. <3
Andrea L'Arronge
Posted at 08:51h, 05 MaiDanke für den interessanten Hinweis! Habe auch in wunderschönen Palästen der Taj- Hotel-Gruppe gewohnt!